Wohneigentum: Zahlen Sie auch schon Miete an sich selbst?

Beim Thema „Mieten oder Immobilie kaufen“ gehen die Schlussfolgerungen und dementsprechend auch die Meinungen auseinander.

Baugerüst bei energetischer Sanierung von Samonig Berlin in Charlottenburg

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Auf der einen Seite gibt es das Lager derjenigen, die sich als Mieter unabhängig, frei und in wirtschaftlicher Hinsicht sicher wähnen. Sie bevorzugen das Sparbuch. Ihr grundsätzliches Argument lautet: „Ich renne doch nicht sehenden Auges in eine Situation, bei der ich mein Leben lang hoch verschuldet bin."

Sie fühlen sich den Banken ausgeliefert und sehen in Gedanken schon bei der Unterzeichnung eines Kaufvertrages den Gerichtsvollzieher vor ihrer Tür stehen. In den schillerndsten Farben visualisieren sie ihren finanziellen Ruin.

Wohneigentum: Fallstrick oder Vermögenswert

Erinnerungen an die Immobilienkrise in den USA werden wach. Die Eigentumswohnung als Fallstrick, als Überforderung. Nicht als Vermögenswert.

Außerdem scheuen viele die enormen Nebenkosten, die bei einem Wohnungskauf fällig werden. Sechs Prozent Grunderwerbssteuer in Berlin und zwei Prozent Notargebühren bezogen auf den Kaufpreis sind schließlich ein kräftiger Schluck aus der Pulle - und für immer weg. Maklerkosten kommen unter Umständen auch noch oben drauf. Wer hat das schon?

Außerdem, so die Fraktion derer, die lieber mieten, muss man für jede Reparatur an einer Immobilie selbst aufkommen. Wer weiß schon, welche Tücken in einem Wohnhaus stecken?

„Miete“ an sich selbst zahlen

Das andere Lager bevorzugt das eigene Grundbuch. Immobilienkäufer argumentieren, dass sie ihr Geld, trotz der Nebenkosten, klug investieren. Statt Miete Abertausende von Euros an ihre Vermieter zu zahlen, berappen sie lieber „Miete“ an sich selbst. Je nach Tilgung und Zinssatz zahlen sie zurzeit sogar weniger als für eine vergleichbare Mietwohnung.

Sie bauen auf Wertsteigerung und langfristige Unabhängigkeit. Immobilienwirtschaftliche und fachliche Sicherheit gewinnen sie, indem sie sich bei einem der Baugutachter und bei einer unabhängigen Finanzierungsberatung informieren. Der niedrige Zins, der sich für 15 Jahre festzurren lässt, ist für sie ein ausschlaggebendes Argument, jetzt zu investieren.

Wohneigentum statt Gentrifizierung

Immobilienkäufer ziehen demnach andere Schlussfolgerungen aus der Gentrifizierungs-Debatte. Sie wollen sich gerade vor Verdrängungstendenzen wirksam schützen. Eigentum zu schaffen ist ihre Antwort. Wer bitte soll sie da verdrängen? Im Gegenteil: Jede Wohnumfeld-Verbesserung und Höherbewertung macht ihre Immobilieninvestition sogar noch lohnender. Sie können sich entspannt zurücklehnen.

Beide Seiten haben natürlich valide Argumente. Ein entscheidender Unterschied liegt allerdings in der wirtschaftlichen Situation der jeweiligen „Vertreter“. Aber: Auch wirtschaftlich gut abgesicherte Leute wie Beamte, Akademiker oder Führungskräfte scheuen einen Immobilienkauf. Unabhängig davon, dass die Bedingungen derzeit unschlagbar günstig sind.

Geld auf dem Sparbuch verliert langfristig an Wert

Ihnen bereiten weder der risikoreiche Aktienmarkt noch das gute alte Sparbuch Kopfzerbrechen. Obwohl das Geld gerade beim Sparbuch aufgrund der Inflationsrate langfristig an Wert verliert. Und auch eine bis ins hohe Alter zu zahlende Miete in einer Höhe, die überhaupt nicht abzusehen ist, stört sie kaum. Warum? Viele antizipieren ängstlich Horrorszenarien durch einen Immobilienerwerb. Als Mieter wähnen sie sich besser geschützt. Ob das der Fall ist?

Mittelfristig werden die Zinsen wieder steigen

Das Fenster für eine sinnvolle und wirtschaftliche nachhaltige Immobilien-Investition ist jetzt (noch) offen. Wir rechnen damit, dass die Zinsen mittelfristig wieder steigen werden. Und wer weiß, wann die Stadt Berlin mit einer Erhöhung der Grunderwerbssteuer noch weiter die Hand aufhält?

Das Potenzial von Berlin als Stadt, in der Menschen gerne leben und arbeiten, bleibt definitiv erhalten. Das zeigen Kaufpreisentwicklung und wirtschaftliche Indikatoren. Damit sind Immobilien in Lagen mit Potenzial und mit solider Bausubstanz weiter lohnenswert.

Analysieren Sie Ihr Potenzial!

Nun heißt es Hauaufgaben machen und die eigene wirtschaftliche Kraft zu analysieren. Besonnen in eine Immobilie zu investieren heißt, Vermögen aufzubauen. Ein kluger Schritt, den derzeit viele machen.