Wohneigentum: unterm Strich oft günstiger als Mieten

Wer hätte das gedacht: In Berlin gibt es noch viele preisgünstige Wohnungen. Man kommt nur nicht so leicht an sie heran!

Eine privilegierte Mieterschaft hat noch alte Verträge und sitzt fest im Sattel dieser begehrten Etagenwohnungen. Sie wohnt in großen Altbauwohnungen und zahlt oft weniger als manch eine Familie in einer Dreizimmerneubau-Wohnung, die nur halb so groß ist. Dabei haben etliche dieser wertvollen Mietverträge Quadratmeterpreise zwischen drei und fünf Euro.

Die Hauptstädter sind zu Umzugsmuffeln geworden

Wer einmal eine derartige Bleibe gefunden hat, bleibt so lange, wie es geht. Umziehen ist teuer. „Zweimal umgezogen ist wie einmal abgebrannt“, hieß es früher. Heute murrt man: „Umziehen und Du bist dauerabgebrannt.“ Wir Hauptstädter sind augenscheinlich zu Umzugsmuffeln geworden. Die entsprechenden Unternehmen haben zurzeit keine Freude an uns. Der Markt ist aktuell wie leer gefegt. Heißt: Der Berliner Mietwohnungsmarkt ist dysfunktional. Man sagt aber, dass eine Leerstandsquote von drei Prozent notwendig sei, um von einem funktionierenden Mietwohnungsmarkt sprechen zu können.

Wenig Geld und wenig Platzbedarf

Nun kommen zu den Alteingesessenen noch etwa 40.000 Zuzüge jährlich oben drauf. Denn so viele Neuberliner kamen jeweils in 2013 und 2014. Die „Neuen“ sind überwiegend jung, sprich zwischen 18 Jahren und 30 Jahre alt. Viele studieren hier, gründen Start-ups oder suchen sich einen Job in der bunten Creative Class Szene der Stadt. Sie prägen das beliebte, hippe Berlin.

Allerdings finden auch sie immer schwerer geeigneten Wohnraum: Wenig Geld und wenig Platzbedarf sind immer eine schwierige Kombination. Außerdem wollen sie innerhalb des S-Bahn-Rings wohnen. Aber leider herrscht da eine Leerstandsquote von nahezu 0 Prozent.

Was tun?

  1. Man wird Untermieter und sucht sich bei einem Miet-Glückspilz ein oder zwei Räume.
  2. Man kuckt, ob man Verwandte mit einem alten Mietvertrag hat und ob man in diesen mit einsteigen kann, um ihn später zu übernehmen.
  3. Man macht sich mit schönen Stadtrandlagen vertraut und checkt die S-Bahn-Verbindungen in die Stadt. Denn: Noch gibt es preisgünstige Wohnungen am Stadtrand.

  4. Oder:

  5. Man kauft eine Wohnung und zahlt bei den aktuell niedrigen Zinsen unter Umständen sogar weniger als für eine Mietwohnung.

Mit etwas Glück und einem Plan gegen das dysfunktionale Berlin

Auf dem Berliner Wohnungsmarkt braucht man Ideen, ein wenig Glück sowie Flexibilität oder die Erkenntnis, dass Wohneigentum auch ein Weg – in manchen Fällen sogar der günstigere – sein kann. Dann kommt man auch in diesem dysfunktionalen Berlin ganz gut klar.