Corona-Krise hat kaum Auswirkungen

„Der Markt für Wohnimmobilien wird auch im Zuge der Corona-Krise stabil und attraktiv bleiben“, heißt es auf der Internetseite vom Immobilienverband Deutschland (IVD).


Das habe die vom Verband durchgeführte Analyse „Wie beeinflusst die Corona-Pandemie die Preisentwicklung auf dem Wohnimmobilienmarkt 2020?“ ergeben. Und weiter: „Die Marktsituation in vielen Städten und allen Metropolen hat sich nicht geändert. Es ist ein deutlicher Nachfrageüberhang sowohl nach Miet- als auch nach Eigentumswohnungen zu verzeichnen.“ (Quelle: ivd.net, abgerufen am 19.05.2020)

Zinsen bleiben niedrig

Spekulationen über sinkende Preisen als mögliche Folge der Krise erteilt der Verband eine Absage. Er sieht nach wie vor einen Nachfrageüberhang und die prinzipielle Entscheidung, eine Wohnung zu kaufen oder auch zu mieten werde von der Krise kaum berührt. „Käufer, die wegen Liquiditätsverlusten ausfallen, werden durch Kaufinteressenten ersetzt, die ihre Liquidität gerade in der heutigen Zeit in Immobilien investieren wollen. Zudem bleibt das Zinsniveau vorerst auf einem sehr niedrigen Niveau“, so IVD-Präsident Jürgen Michael Schick.

Sichere Kapitalanlage: Wohnungsimmobilien

Wer Wohnungen als Kapitalanlagen nutzt, hat laut IVD für den Moment wenig zu befürchten: „Für institutionelle Anleger, für Kapitalsammelstellen wie Versicherungen und Versorgungswerke sowie für Family Offices und vermögende Private werden Wohnimmobilien, insbesondere auch Mietwohnungen, weiter einen sicheren Hafen darstellen und nachgefragt. Denn Liquidität sucht jetzt eine sichere Anlageform.“

Immobilienbesitzer müssen sich vorerst keine Sorgen machen

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln, das bereits im April ein Gutachten zu den „Preiseffekten im Wohnungsmarkt aufgrund der Covid-19-Pandemie“ herausgegeben hat. Darin heißt es unter anderem: „Insgesamt ist davon auszugehen, dass der Wohnungsmarktsektor besser durch die Krise kommt als andere Vermögenswerte. Dafür sprechen unter anderem die kurz- und mittelfristige Stabilität der Mieten und die Zinsentwicklung.“ (Quelle: IW Köln)

In diesen Tenor stimmt auch die WirtschaftsWoche, mit einer eigenen Erhebung ein. Dabei warnt die Zeitschrift allerdings auch: „Langfristig könnte das Virus jedoch einiges ändern.“ Die derzeit positiven Ergebnisse der Erhebung würden zwar keinen Grund zur Sorge geben, seien aber ebenso wenig mit einer völligen Entwarnung gleichzusetzen. (Quelle: WirtschaftsWoche)

Beobachten statt Panik

Deshalb sei es wichtig, die Entwicklung verschiedener Faktoren im Auge zu behalten. Beispielsweise könnte die zu erwartende Rezession die Preise in weniger attraktiven Lagen dämpfen und andererseits gibt es durch die bestehenden Niedrigzinsen weiterhin keine nennenswerten Alternativen zu Immobilien.

Homeoffice im Grünen

Ein weiterer Faktor bezieht sich hingegen auf die Ausstattung der Immobilien: Im Zuge der Corona-Krise verändert sich derzeit die Arbeitswelt vieler Menschen. Das Homeoffice wird zur Normalität und viele können sich vorstellen, auch künftig ein oder mehrere Tage pro Woche zu Hause zu arbeiten. So meldet der Dachverband immobilienwirtschaftlicher Berufe, FIABCI Deutschland, bereits Anfang Mai, dass durch den Lockdown und die damit einhergehenden Homeoffice-Regelungen ein deutlicher Nachfrageanstieg nach Wohneigentum im Umland von Metropolen zu verzeichnen ist.