Immobilien: Kein Ende des Booms in Sicht

Zum Jahreswechsel stellten das Handelsblatt und die Frankfurter Allgemeine Zeitung mal wieder fest, dass kein Ende des Immobilienbooms in Sicht ist.

Samonig Immobilienprojekt Altmarkstraße in Berlin Steglitz

Auch der Berliner Tagesspiegel schrieb „Immobilienpreise steigen ungebremst weiter“ und das Immobilienportal „immowelt“ prognostizierte gar „Steigende Immobilienpreise und kein Ende: 2030 bis zu 62 Prozent mehr“.

Kein Abflachen der Dynamik zu erkennen

Anlass war unter anderem eine Auswertung des Hamburger Instituts für Stadt-, Regional und Wohnungsforschung (Gewos) für die Deutsche Presseagentur. Dort hieß es, dass die Preise auch im 3. Quartal 2019 weiter gestiegen sind. Gemessen am 3. Quartal 2018 sind Eigentumswohnungen demnach rund 8,2 Prozent teurer geworden. Das sind durchschnittlich 2030 Euro pro Quadratmeter. In der Hauptstadt aber auch in Köln, Düsseldorf, München, Hamburg, Frankfurt und Stuttgart verteuerten sich Eigentumswohnungen um durchschnittlich 9 Prozent.

Ansturm auf die Städte treibt Preis in die Höhe

Grund für den Boom ist, neben den Niedrigzinsen und dem Ansturm auf die Städte, vor allem die daraus resultierende Wohnungsknappheit. Laut Bauindustrie entstanden im vergangenen Jahr nur 300.000 neue Wohnungen in Deutschland. Geplant hatte die Regierung 375.000. Dabei ist die Nachfrage nach Bauleistungen schon lange viel größer als das Angebot. Die Baubranche erstickt in einer Flut an Aufträgen: „Deutschland steht in einem Baustau“ bestätigt Georg Thiel, der Präsident des Statistischen Bundesamts, die aktuelle Lage.

Raus in die Vorstädte und auf’s Land

Zu wenig Neubau und hohe Mieten führen auch in Berlin zur sogenannten Suburbanisierung. Gerade junge Familien ziehen in die Vorstädte und ins Umland. Das wiederum bedeutet, so Reiner Braun, Vorstand des Analysehauses Empirica, gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung „Im Umland der Schwarmstädte werden die Mieten wegen der Suburbanisierung eher steigen – das gilt dort auch für Eigenheimpreise“.

Um Mieter zu entlasten, plant die Berliner Politik einen sogenannten Mietendeckel einzuführen. Am 22.01.2020 wurde im Stadtentwicklungsausschuss der endgültige Entwurf beschlossen. Damit hat das Gesetzesvorhaben eine weitere Hürde genommen. Im Abgeordnetenhaus soll über das Gesetz voraussichtlich am 30. Januar abgestimmt werden.

Mit Immobilien Renditen erwirtschaften

Unter anderem sieht der Mietendeckel vor, dass die Mieten fünf Jahre auf dem Stand von Juni 2019 eingefroren werden. Potenzielle Investoren fragen sich nun, ob sich Berliner Immobilien überhaupt noch lohnen.

Ja. Der Berliner Markt ist trotz schwieriger politischer Rahmenbedingungen ein gefragter Investitionsstandort, dessen Entwicklung vor allem von Knappheit bestimmt wird. Die Preise werden weiter steigen. Und nach Einschätzung der Stiftung Warentest (Finanztest 08/2019) lohnt sich ein Kauf nach wie vor. Dank niedriger Zinsen können Immobilien im Vergleich zu Anleihen, Sparbüchern oder Tagesgeldern immer noch die bessere Wahl sein.